Wie ich es schaffe, dass ihr euch vor meiner Kamera fallen lasst, auch wenn wir uns erst seit Minuten kennen.
- Olivia

- 18. März
- 3 Min. Lesezeit
„Ich fotografiere nicht, wie ihr ausseht, sondern wie ihr euch fühlt“
Punkt 1: weil ich selbst weiß, wie schnell echte momente vergehen
Ich glaube, ich fotografiere nicht so, weil ich es gelernt habe. Sondern weil ich es jeden Tag lebe.
Ich bin Mama von vier Töchtern. Und mein Alltag ist wie bei wahrscheinlich jeder Familie, alles andere als perfekt.
Es ist laut. Chaotisch. Manchmal zu viel. Und gleichzeitig gibt es diese Momente, die einfach passieren… ganz nebenbei.
Wenn eins meiner Kinder sich plötzlich an mich kuschelt. Wenn wir alle zusammen lachen, ohne dass irgendwer weiß warum. Wenn ich meine Kinder einfach nur beobachte.
Und genau diese Augenblicke sind es, die ich mir am liebsten einfrieren würde.
Nicht die, in denen alles ordentlich ist. Nicht die, in denen alle geschniegelt nebeneinander sitzen und in die Kamera lächeln. Sondern die echten.
Die, die man nicht planen kann. Die, die man manchmal fast übersieht, weil sie so leise sind.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich euch vor meiner Kamera nicht „perfekt“ haben will.
Weil ich weiß, dass das, was euch wirklich ausmacht, nicht in einer Pose steckt.
Sondern irgendwo dazwischen.
In einem Blick. In einer Berührung. In diesem einen kleinen Moment, der sich nicht wiederholen lässt.
Und genau den halte ich für euch fest.

Punkt 2: Weil man fühlt, ob etwas echt ist
Ich glaube, man sieht den Unterschied sofort, ob ein Lächeln einfach „gemacht“ ist,
oder ob es aus einem echten Moment heraus entsteht.
Diese perfekten, gestellten Bilder… ja, sie sind schön. Aber sie erzählen nichts.
Die Bilder, die mich wirklich berühren, sind die, bei denen ich kurz hängen bleibe.
Weil da etwas zwischen Menschen passiert, das man nicht erklären kann.
Ein Blick.
Ein kleines Grinsen.
Eine Berührung, die eigentlich gar nicht für die Kamera gedacht war.
Und genau das ist das, was ich für euch festhalten möchte. Nicht, wie ihr ausseht. Sondern wie ihr euch fühlt.

Punkt 3: Weil echte momente nie still sind
Wenn ich an echte Erinnerungen denke, dann sind die nie statisch.
Da ist Bewegung. Lachen. Vielleicht auch ein bisschen Chaos.
Deshalb lasse ich euch nicht einfach irgendwo hinstellen und sage „Und jetzt lächeln“.
Ich lasse euch laufen und gebe euch Raum, euch zu bewegen, euch zu verlieren.
Weil genau in diesen Momenten etwas entsteht, das man nicht planen kann.
Und genau das sind später die Bilder, die sich echt anfühlen.

Punkt 4: Weil Nähe nichts mit perfektion zu tun hat
Ganz ehrlich? Die meisten Paare, die vor meiner Kamera stehen, sagen am Anfang sowas wie:
„Wir sind richtig schlecht vor der Kamera…“
Und jedes Mal muss ich ein bisschen lächeln, weil ich genau weiß: Das sind oft die schönsten Shootings.
Ihr müsst nicht wissen, wie man steht.
Ihr müsst nicht wissen, wohin mit euren Händen.
Ihr müsst auch nicht „gut aussehen können“.
Was ihr mitbringen dürft, ist einfach nur ihr selbst. Alles andere, übernehme ich.

Punkt 5: Wie ich es schaffe, dass ihr euch fallen lassen könnt
Ich komme nicht als „Fotografin“ – sondern als Mensch
Ich starte kein Shooting mit Druck. Ich komme nicht an und sage: „Okay, wir müssen jetzt performen.“
Ich komme an… und wir reden erstmal ganz normal und ich lerne euch ein bisschen kennen und spüre, wie ihr miteinander seid.
Oft merke ich schon da, wie ihr euch anschaut, wie ihr miteinander umgeht.
Genau da beginnt für mich das Shooting, noch bevor ich überhaupt die Kamera hebe.

Punkt 6: Ich leite euch, ohne dass es sich gestellt anfühlt
Ich stelle euch nicht hin und forme euch, sondern gebe euch kleine Impulse.
Sowas wie:
„Geh mal ein paar Schritte vor…“
„Umarme sie unerwartet von hinten…“
„Flüstere ihm etwas liebevolles ins Ohr..."
Und plötzlich passiert etwas. Nicht, weil ihr „richtig“ steht, sondern weil ihr wirklich miteinander seid.

Punkt 7: Ich nehme euch die Angst, etwas falsch zu machen
Ich weiß, wie es sich anfühlt, vor der Kamera zu stehen.
Diese Gedanken....
„Sehe ich komisch aus?“
„Mache ich das richtig?“
Deshalb ist mir das Wichtigste, dass ihr merkt, ihr könnt gar nichts falsch machen.
In dem Moment, in dem ihr das versteht, passiert etwas Schönes:
Ihr entspannt euch.
Ihr werdet weicher.
Ihr werdet echt.

Punkt 8: Ich fotografiere genau dann, wenn ihr es nicht merkt
Die ehrlichsten Bilder entstehen nicht, wenn ihr „bereit“ seid. Sondern dann, wenn ihr denkt, ich fotografiere gerade nicht.
Wenn ihr kurz durchatmet.
Wenn ihr euch anschaut.
Wenn ihr lacht, weil irgendwas schiefgeht.
Ich liebe genau diese Momente, weil sie nicht geplant sind und genau deshalb so viel erzählen.


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